Sand.

Stark setzt sich bei der Thur auf einen Felsen. Er ist viel zu schnell gegangen und ausser Atem geraten. Erst jetzt wird ihm bewusst, dass er beginnt, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Nur eine Stunde ist er in der Dialyse geblieben. Dieses Verhalten könnte ihn in kurzer Zeit in den Tod führen, wenn er nicht in den Keller nach Unterwasser zurückkehrt.

“Unterwasser”, das Wort gefällt ihm: unter dem Wasser. Im Wasser zu schweben, das kann er sich vorstellen. Das hat er geübt, mit der erfundenden Yoko und seinem Freund Yvan. Aber was heisst unter dem Wasser, was ist darunter?

Es beginnt wieder zu nieseln, und Stark friert auf dem Felsen. Er entscheidet sich dafür, den Weg zum Gräppelensee zu wählen. Der ist geteert, führt steil nach oben. Stark sieht sich selber, wie er früher einmal den Kinderwagen mit seiner Tochter hier hinauf gestossen hat. Wann das gewesen sein mag?"

 

 

Yoko taucht.

Vor ihm taucht eine Meerjungfrau aus dem Wasser auf. “Gefällt es dir Fremder? Ich singe hier jeden Abend eine halbe Stunde lang.” “Ja, es ist eine wunderschöne Melodie. Aber du siehst ja nicht wie eine Meerjungfrau aus. Ich dachte immer, ihr habt lange Haare und eine grünlich schimmernde Flosse.”
Diese Meerjungfrau am Strand Kalabriens gleicht eher dem Struwwelpeter, ihre Flosse ist rot und gelb gestreift. “Wir wollen auch mit der Mode gehen”, antwortet die Meerjungfrau. “Wir brauchen etwas Abwechslung in unserem Aussehen."

 

Rausschmeisser (aus "750 Wörter Zeichen Jahre").

Ich bin kein Rausschmeisser, nein,

dies ist ein ehrenwerter Beruf

 

Security Guard können Sie sagen

Türsteher meinetwegen

 

natürlich muss ich Kraft trainieren

und einmal im Monat Karate

 

natürlich muss ich wissen

wie einer unschädlich zu machen ist

 

aber es sind nicht nur Männer

auch Frauen können unerwünscht sein

 

zuerst muss ich die Menschen ansehen

muss sie selektionieren . . .

 

Klötzli betrachtet Hodler (aus "Dieser Moment").

 Da legt der Holzhacker die Axt zur Seite, setzt sich erschöpft auf den Strunk des Baumes, den er soeben gefällt hat. «Verdammt, Nötzli, das ist ein huere Chrampf.»

«Ja, aber dafür bist du ja da. Dafür bist du erfunden worden. Zu zeigen, dass es schön und wahr ist zu chrampfen. Du klagst nicht.»

«Ja genau, mein Chrampf ist dein Gefühl der Erhabenheit. Es bleibt ein Scheiss-Chrampf, alles für die Kunst, alles für Bedeutung. Nötzli, ich bin ein Bild, kein Herzwärmerli. Ich bedeute.»